Nikolaus Eickmann | ![]() |
Die Stars von Genf
Schweinehälften sind schon lange nicht mehr im Heck eines Mittelklasse-Kombis zu vermuten, mit jeder Generation wurden die Laderäume kleiner. Und edler. Offensichtlich ist nun der Wendepunkt erreicht, zumindestens im Hause Audi: Der neue Audi A4 Avant ist deutlich geräumiger als sein Vorfahre, verzichtet dabei aber nicht auf jenen Charme, der uns gut geschulten Marketingsoldaten gerne als "Lifestyleorientierung" beschrieben wird. Also keine Plastikwanne für das blutende Wildschwein bei der Heimfahrt von der Jagd; edle Teppiche schmiegen sich hier an das Golfbag.
Wer die Limousine mag, wird den Avant lieben. Jedes Detail im Kofferraum wurde so durchdacht, als hätte ein eigener Stab an Technikern damit die letzten Jahre verbracht. Schöne Vorstellung: Die Ingenieure Rudolf, Karl und Hubert aus Ingolstadt kümmerten sich die letzten 16 Monate nur um Ösen am Kofferraumboden, sonst gab es nur Mittagspause und Weizenbier.
Der Mercedes CLS spaltete schon immer die Mercedes-Fangemeinde, auch das Facelift wird das nicht ändern. Kann mir gut vorstellen, dass einigen der Feinschliff etwas zu fein ausgefallen ist. Nur gestandene Mercedes-Verkäufer können nach einschlägiger Produktschulung anhand von Scheinwerfer und Kühlergrill den neuen CLS vom Ur-CLS unterscheiden. Der Markt wird die Zurückhaltung mit hoher Werthaltung des ersten CLS belohnen, der zweite CLS wird durch diese Maßnahme nicht weniger erfolgreich. Und wenn wir schon beim Thema "Behutsames Facelift" sind, auch Alfa Romeo schlug wieder zu.
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